Feindliche Einfälle gefährden die Mooskirche

Etwa um die Mitte des 13. Jahrhunderts errichten die Kuenringer die ummauerte Stadt Zistersdorf auf einer Anhöhe südlich des Alten Marktes – damit aber waren Kirche und Pfarrhof vor den schützenden Mauern gelegen, und sie sollten diese nun wenig geschützte Lage in den nächsten Jahrhunderten bei vielen feindlichen Einfällen zu spüren bekommen.
Denn bereits im 15. Jahrhundert trafen das Gotteshaus zahlreiche Einfälle – 1402 zerstört Heinrich von Kunstadt Stadt und Kirche, 1407 plündert der Raubritter Sokol die Stadt, 1428 wüten die Hussiten in Zistersdorf, 1440 brennt Kaspar von Jedenspeigen die gesamte Vorstadt, den Pfarrhof und die Kirche nieder, 1445 erscheint der polnische Söldnerführer Pankratz von Liptau vor der Stadt und zu Ende des 15. Jahrhunderts erobert König Matthias Corvinus von Ungarn die Stadt.
Diese furchtbaren Zerstörungen hielten aber die Zistersdorfer Herrschaft und Bürger nicht davon ab, wenn auch mit großen finanziellen Opfern, den Pfarrhof und die Kirche immer wieder auf- und auszubauen. So sind vor allem die gotischen Elemente an der Ostseite der Kirche steinerne Zeugen diese Wiederherstellung im 16. Jahrhundert, die sich uns jetzt als eine bereits dreischiffige Kirche mit Erweiterungsbau an der Westseite zeigt.