Maria Moos zur Zeit der Reformation

Besondersschwere Zeiten sollten auf Pfarre und Kirche aber im 17. Jahrhundert zukommen – als Freiherr Johann Eustach von Althan im Jahr 1614 neuer Herrschaftsinhaber in Zistersdorf

wurde, brachte er auch den protestantischen Glauben in die Stadt. Sein Nachfolger, der wegen seiner Brutalität gefürchtete Erasmus von Landau setzte protestantische Prediger ein, errichtete eine protestantische Schule, konfiszierte den Zehent, verbot Prozessionen und ließ die Kirche Maria Moos sperren – heldenhaften Widerstand gegen diese Maßnahme leisteten die Gläubigen aus Groß-Inzersdorf, die ihre Andacht vor der geschlossenen Kirche verrichteten. Nach den erschreckenden Berichten, die der nach Zistersdorf entsandte Prior des Stiftes Zwettl, P. Blasius Mangold, dem Abt mitteilte, reichte das Kloster Beschwerde bei der niederösterreichischen Regierung ein. Eine daraufhin entsandte Kommission stellte die alte Rechtslage wieder her – Erasmus von Landau verlor nach der für den Kaiser und die katholische Sache erfolgreichen Schlacht am Weißen Berg alle seine Güter. Nach dem kurzen Einfall von Bethlen Gabor in Zistersdorf 1621 – wieder einmal war die Kirche Maria Moos schwer betroffen – begann für Herrschaft und Pfarre Zistersdorf nun eine segensreiche Zeit – die konfiszierte Herrschaft Zistersdorf wurde von Rudolf von Teuffenbach erworben, der sich als wahrer Förderer der Stadt herausstellen sollte.