Rudolf von Teuffenbach und die Mooskirche

Teuffenbach, zunächst Protestant, konvertierte aber 1622 zum katholischen Glauben und kämpfte im 30-jährigen Krieg, wiederholt ausgezeichnet, auf der Seite des Ligaheeres und wurde zum Feldmarschall ernannt – eine weniger herausragende Rolle hat ihm allerdingsFriedrich Schiller in seiner Wallenstein- Trilogie zugeordnet.
Für Zistersdorf aber war Teuffenbach als Herrschaftsinhaber ein wahrer Segen – zunächst ließ er die arg in Mitleidenschaft gezogene Kirche Maria Moos neu wölben, den Turm in Renaissance-Form aufbauen und auch den Hochaltar erneuern, der im Zuge der Einfälle von Fürst Stefan Rakoczy und dem schwedischen Söldnerführer Leonard Torstenson 1645, zerstört worden war.
Dieses Jahr 1645 war für die Stadt und Umgebung ein ähnliches Schreckensjahr wie später das Jahr 1706 im Zuge der Kuruzzeneinfälle. Aber gerade diese Schreckenszeiten trugen auch vermehrt dazu bei, dass die Kirche Maria Moos als Wallfahrtskirche besonderes Augenmerk zuteil wurde. Besonders die nach dem schrecklichen Wüten zu Ende des 30-jährigen Krieges ausgebrochene Pestepidemie führte zu zahlreichen Gelöbnissen von Wallfahrten nach Maria Moos – die erste Gemeinde war nachweislich Schrattenberg, welche seit 1645 dieses Gelöbnis bis zum heutigen Tag einhält!
Die Bedeutung der Gnadenkapelle kann auch daran erkannt werden, dass im Jahre 1671 P. Johann Kienmüller die „Bruderschaft der sieben Schmerzen Mariens“ gründete, die sich besonders um die Restaurierung der Kapelle bemühte.
Rudolf von Teuffenbach allerdings hat sich durch weitere Stiftungen als Förderer der Stadt erwiesen – so ließ er ein Spital errichten, das als Fürsorgeanstalt 15 männliche und 15 weibliche Personen versorgen sollte. Auf die Gründung des Franziskanerklosters - heute Statdpfarrkirche - wird an anderer Stelle noch eingegangen.