Maria Moos erhält ihr heutiges Aussehen

Nachdem 1683 durch türkische Streifscharen im Zuge der 2. Türkenbelagerung Wiens neuerlich Stadt und Kirche schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden, begann der Zwettler Abt Robert Schöller mit der Barockisierung der Maria Moos Kirche. Das tonnengewölbte Mittelschiff wurde überhöht, die niedrigeren Seitenschiffe kreuztonnengewölbt, weiters wurde die Sakristei errichtet und eine Verlängerung der Kirche im Westen durchgeführt. Somit war mit Beginn des 18. Jahrhunderts das heutige äußere Bild der Kirche abgeschlossen.
Noch einmal, im Oktober 1706, wurde die Kirche von feindlichen Heerscharen in Mitleidenschaft gezogen – die Kuruzzen verwandelten die Kirche in einen Pferdestall, weitere Zerstörungen blieben aus – und wunderbarerweise wurde bei allen feindlichen Einfällen das Gnadenbild der schmerzhaften Muttergottes nicht in Mitleidenschaft gezogen.
Die Gestaltung der Kirche in ihrer heutigen Form wurde dann unter Abt Rainer Kollmann, einem gebürtigen Groß-Inzersdorfer, durchgeführt. Der Hochaltar mit dem Bildnis Maria Himmelfahrt von Paul Troger wurde architektonisch von Jakob Schletterer gestaltet, die Seitenaltäre mit den Themen St. Thekla und St. Wendelin wurden vom Mistelbacher Künstler Ferdinand Kainz gefertigt, die Orgel samt Empore wurde von Johann Georg Hueber geschaffen, im südlichen Seitenschiff der Annenaltar mit einem Altarblatt von Paul Troger und dem Reliquienschrein des hl. Liberatus von Leopold Ganz gestaltet.